PG Bad Neustadt
62 Firmlinge aus den Pfarreiengemeinschaften „Bad Neustadt“, „Don Bosco – Am Salzforst, Hohenroth“, „St. Martin Brend, Brendlorenzen“ und „Am Kreuzberg, Bischofsheim“ haben sich in den frühen Morgenstunden von Bad Neustadt aus auf den Weg zum Kreuzberg gemacht.

Es war der alljährliche Solidaritätslauf der Firmlinge, organisiert von Pastoralreferent Christian Klug. Für jeden gelaufenen Kilometer haben die Firmlinge im Vorfeld Sponsoren angesprochen, die die Aktion finanziell unterstützen. So konnten am Kreuzberg 2.844 Euro für zwei Projekte der Salesianer Don Boscos in Sierra Leone weitergegeben werden.

 

Salesianer Pater Alfons Blüml aus Pfaffendorf war eigens zum Kreuzberg gekommen, um den Jugendlichen die Projekte in Freetown vorzustellen. „Ihr habt euch auf den Weg gemacht, Solidarität mit den Kindern und Jugendlichen gezeigt, die unsere Unterstützung brauchen.“ Zum einen werde von dem Geld der Firmlinge ein Bus in Freetown unterstützt, der mit 15 Hauptamtlichen gut 2.000 Jugendliche und junge Erwachsene unterstütze und medizinische Hilfe bringe. Das Geld werde zudem auch in einem Erdrutschgebiet benötigt, in dem die Familien ihre einfachen Hütten verloren haben. Laut Regierungsvorgaben dürfen sie nur in ihrer Heimat bleiben, wenn sie ein Haus aus Stein bauen können. Doch vielfach fehlen dazu die Mittel. Solch ein einfaches Haus koste rund 2.000 Euro. „Ihr habt mit eurem Marsch mitgeholfen, dass jemand ein Haus bauen kann“, dankte Pater Alfons. Sein Dank galt auch Christian Klug und den weiteren Organisatoren, die die Firmlinge für den Solidaritätsmarsch und das Projekt begeistert haben.

 

Pfarrer Karl-Heinz Mergenthaler dankte den Jugendlichen und den Organisatoren ebenfalls für ihren langen Marsch zum Kreuzberg. Die jungen Teilnehmer haben erfahren, dass Not und Elend gemeinsam überwunden werden könne.


Den Schrifttext aus dem Matthäus-Evangelium „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ schrieb Pastoralreferent Christian Klug weiter. Er nahm die Jugendlichen mit, in eine für sie hoffentlich von fernen Zukunft, wenn sie einmal gestorben sein werden und der König der Welt sich an sie wenden und sagen werde: „Ich war ein Jugendlicher auf der Straße von Freetown in Sierra Leone, ohne Zuhause und mit schrecklichen Lebensperspektiven und du bist für mich bei anderen betteln gegangen. Ich war ein Jugendlicher, vergessen und verlassen in einem furchtbaren Gefängnis, unter erbärmlichen Bedingungen und du bist für mich kilometerweit gelaufen. Ich war ein Mädchen, missbraucht und geschlagen und du hast mir zu einem Ort verholfen, an dem ich in Sicherheit und Frieden war. Ich war dir unbekannt und du hast mir einen Tag deiner Freizeit geopfert.“ Dann werden die Firmlinge Gott fragen, weil sie den Solidaritätslauf zum Kreuzberg sicherlich schon längst vergessen haben werden: „Wann hätte ich das alles denn getan?“


Doch Gott, vergesse den Solidaritätslauf der Firmlinge im Jahr 2017 nicht. Er vergesse nichts, was jeder einzelne je Gutes getan habe, betonte Klug. „Deine Anstrengungen und Mühe heute, deine Bettelei bei den Verwandten und Bekannten, all das liegt wie ein Schatz vor ihm, als etwas ganz Wertvolles.“ Diesen Schatz könne niemand mehr wegnehmen, egal wie viel Mist jeder Einzelne in seinem Leben noch bauen werde. „Heute hast du etwas für Jesus Christus getan, indem du Menschen geholfen hast, die sich selbst nicht helfen können.“

 

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